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Haben Sie eine? Ist Gott wirklich der alte Mann mit Weisheitsbart und gütig-strengem Blick? Oder doch viel weniger greifbar? Vielleicht im Symbol des Felsens oder des brennenden Dornbuschs? Vielleicht ein mächtiger Blitz vom Himmel herab, oder eine einsam flackernde Kerze im Dunkel der Nacht?
Gottesbilder sind immer nur Annäherungen. Sie zeigen Ausschnitte und verweisen so auf ein Ganzes, das größer und umfassender ist, als Worte und Bilder es wiedergeben können. Das biblische Verbot, Gott im Bild festzuhalten, erinnert an diese Grenze, die uns gesetzt ist. Gleichwohl können wir nur in Bildern sprechen, wenn wir uns dem Geheimnis Gottes nähern.
Eine Gottesvorstellung auf den zweiten Blick fanden wir letztens beim Besuch einer Ausstellung. Da lag ein Haufen großer Holzklötze, dazu die Aufforderung: Baue eine Brücke! Beim Versuch stellte sich schnell heraus, dass das nur zu Mehreren gelingen konnte. Und beim gemeinsamen Aufstellen, Abstützen und Zusammenfügen ergab sich wie von selbst ein neues Bild: Gott begegnet dir da, wo du anderen begegnest.
Jesus Christus spricht: Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Matthäus 18, 20)
Torsten-Wilhelm Wiegmann, Pastor im Grenzdurchgangslager Friedland