
© Gemeindeverbund Radolfshausen
Nachdem die Synode des Ev.-luth. Kirchenkreises Göttingen-Münden vor genau einem Jahr ein Schutzkonzept gegen Sexualisierte Gewalt verabschiedet hat, hat sich einiges getan.
„In all unseren Synoden- und Gremiensitzungen ist sexualisierte Gewalt ein wiederkehrender Tagesordnungspunkt geworden. Die Präventionsarbeit wird uns aktuell und auch zukünftig stetig begleiten“, so Superintendent Dr. Frank Uhlhorn. „Unsere Gemeinden und Institutionen arbeiten derzeit an eigenen Schutzkonzepten, die sie dann in der Suptur des Kirchenkreises zur Prüfung einreichen. Arbeitsgrundlage ist das Schutzkonzept des Kirchenkreises. Unsere Bahnhofsmission zum Beispiel hat ihr Konzept bereits fertig. Zudem haben wir Meldeketten im Kirchenkreis festgelegt, das heißt jede Person weiß, an wen sie sich wenden muss, wenn sie von einem Fall von sexualisierter Gewalt erfährt. Wir haben pro Amtsbezirk ein Interventionsteam aus Vertrauenspersonen gebildet, das sich mit aktuellen Fällen befasst. Es ist dafür da, Betroffene zu beraten und sie, falls gewünscht, auch an Stellen außerhalb der Kirche, wie z.B. den Frauen-Notruf, zu verweisen.“ Dem Interventionsteam gehören unter anderem Superintendent Uhlhorn und Superintendentin Marit Günther-Menzel an.
„Uns ist das Thema sehr wichtig, weil wir als Kirche ein Schutzraum sein wollen für die Menschen“, betont Superintendent Uhlhorn. „Da obliegt uns eine besondere Verantwortung, die wir als Kirche besser wahrnehmen wollen, als uns das in der Vergangenheit gelungen ist.“
Nachdem im Verlauf des vergangenen Jahres die hauptamtlichen Mitarbeitenden eine Präventionsschulung erhalten haben, sind inzwischen sogenannte Multiplikator:innen ausgebildet worden, die nun die Ehrenamtlichen im Kirchenkreis, wie z.B. Kirchenvorstände, zum Thema sexualisierter Gewalt schulen, wie Ende Januar in Radolfshausen oder Ende Februar in Obernjesa. Die Multiplikator:innen kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen und sind sowohl Haupt-, als auch Ehrenamtliche. Pastorin Johanna Bierwirth, Jan Niklas Cramer (Küster St. Johanniskirche Göttingen), Kirchenkreisjugendwartin Christine Döhling, Diakonin Jasmin Andrecht, Kirchenkreissozialarbeiterin Barbara Jankowski, Rechtsanwältin und Kirchenvorständin Rita Reichler sowie Staatsanwältin i. R. und Kirchenvorständin Dagmar Freudenberg teilen sich in drei Teams auf, um die Ehrenamtlichen schnellstmöglich zu schulen. Kern der Schulung ist das Kennenlernen der Grundsätze zur Prävention, Intervention, Hilfe und Aufarbeitung bei Fällen von sexualisierter Gewalt.
„Dies und die bei uns abgegebenen Schutzkonzepte zu prüfen sind derzeit unsere wichtigsten Aufgaben“, so Superintendent Uhlhorn. „Aber auch der Ausbau der Zusammenarbeit mit kirchenunabhängigen Stellen, wie beispielsweise dem Frauen-Notruf oder dem Weissen Ring.“
Das Schutzkonzept des Kirchenkreises, was auf der Homepage für alle einsehbar ist, wird von einem Präventionsteam alle drei Jahre evaluiert und optimiert. Eine Arbeitsgruppe aus dem Kirchenkreis hatte es innerhalb von rund zwei Jahren erarbeitet. Zu dieser gehörten die Juristen Dr. Ulrich Hundertmark und Ulrike Schmidt-Glawatz aus der Kirchenkreissynode, die Kirchenkreisjugendwartin Christine Döhling, Kirchenkreissozialarbeiterin Barbara Jankowski und Kirchenvorsteherin Birgit Henneking. Die Fachstelle Sexualisierte Gewalt der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers hat die Arbeitsgruppe fachlich unterstützt.