Chorfenster-Restaurierung der Göttinger St. Jacobikirche bald beendet

Fri, 31 Jan 2025 22:00:00 +0000 von Jeanine Rudat

© Archiv St. Jacobi Göttingen
Blick auf den Altarbereich von St. Jacobi mit den Chorfenstern
Die Restaurierung der Chorfenster in der Göttinger St. Jacobikirche sind bald beendet. Nach den Arbeiten in der Werkstatt der Restauratorin Kathrin Rahfoth in Erfurt ist seit einigen Tagen der Wiedereinbau der Fenster im Gange. Der geplante Termin für den Festgottesdienst anlässlich des Abschlusses der Sanierungsmaßnahme (2. Februar) ist dennoch nicht einzuhalten. Es sind - sozusagen auf den letzten Metern - nicht vorhersehbare Komplikationen aufgetreten. Der Festgottesdienst wird dadurch auf den 30. März verschoben. Der Tag passt. Es ist – gegen Ende der Fasten- oder Passionszeit – der Sonntag „Laetare“, auf Deutsch „Freue dich!“, mancherorts auch Klein-Ostern genannt, 14 Tage vor dem eigentlichen Osterfest: Vor-Freude! – Bis dahin feiert die Gemeinde die Sonntagsgottesdienste um 10 Uhr im Gemeindesaal.
Für die Restaurierung der Chorfenster in der St. Jacobikirche in Göttingen stellte die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale einen Fördervertrag in Höhe von 60.000 Euro bereit. Das Gotteshaus gehört seit 2010 zu den über 520 Objekten, die die private DSD dank Spenden und Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Niedersachsen fördern konnte. Nach aktuellen Schätzungen belaufen sie Gesamtkosten der Restaurierung auf rund 270.000 Euro.

Die natürliche Alterung und Reparaturen vergangener Jahre haben zahlreiche Schäden, wie Sprünge, Fehl- und Flickstellen sowie Ausbauchungen, an den Gläsern und Bleinetzen der Chorfenster verursacht. Zu einem sehr großen Teil wurden die Fenster seit der Entstehung um 1900 nicht ausgebaut. Aufgrund der Alterung der Kitte und der Einputzmaterialien sind die Fenster partiell undicht, d. h. Wasser gelangt von außen auf die Vorderseite der Glasmalereien und ruft hierdurch Schäden hervor.

Die Jacobikirche in Göttingen wurde 1361 bis 1433 an der alten Heerstraße als Ersatz für die nicht mehr ausreichende, damals etwa 150 Jahre alte Vorgängerkapelle errichtet. Das Äußere beherrscht der sandsteinerne Westturm. Der Neubau begann mit der Errichtung des Chorraumes, dem sich eine dreischiffige Halle anschließt. Die Kreuzrippengewölbe ruhen auf Achteckpfeilern. Der sich anschließende Westbau öffnet sich zur Halle hin mit drei hohen Spitzbögen. Die Belichtung des Dachbereichs erfolgt über jochweise einschneidende Zwerchhäuser, deren Giebel von Wasserspeiern und Fialen der Langhausstrebepfeiler gerahmt werden. Besonders auffällig ist das sehr lebhaft gezeichnete Maßwerk und der dekorative Reichtum an Fensterbögen und Gesimsen. Das bedeutendste Ausstattungsstück ist der 1402 von einem unbekannten Künstler geschnitzte dreiflügelige Flügelaltar. Er zeigt auf den Flügeln Bilder aus dem Leben Jesu, auf der Alltagsseite die Geschichte des heiligen Jakobus und im Schrein als auf der Festtagsseite Christus als König der Welt, gerahmt von Heiligenfiguren unter Architekturbaldachinen. 
Bestätigen

Bist du sicher?